Ehemalige Synagoge
Über dieses Denkmal
Seit dem späten Mittelalter leben in Stadthagen Menschen jüdischen Glaubens. Um 1700 wirkte hier der bekannte Rabbiner Joseph Stadthagen. Erst 1858 gelang der jüdischen Gemeinde der Bau einer eigenen kleinen Synagoge. 80 Jahre lang war das einfache Backsteingebäude das Zentrum des religiösen jüdischen Lebens, bis es in der Nacht vom 11. zum 12. November 1938 angezündet wurde. Das Feuer wurde aber wegen der Brandgefahr für die umliegenden Fachwerkhäuser schnell gelöscht. 30 Menschen jüdischen Glaubens aus Stadthagen gelang die Emigration, 23 wurden in Konzentrationslagern ermordet. 1942 wurde die Synagoge zwangsverkauft. Nach dem II. Weltkrieg diente sie als Warenlager und geriet in Vergessenheit. 2008 wurde der „Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen“ gegründet, um die Synagoge zu restaurieren und zu einem Dokumentations-, Gedenk- und Lernort über die Zeit des Nationalsozialismus in Schaumburg zu entwickeln.
Programm
Im Erdgeschoss wird die Wanderausstellung „entrechtet – vertrieben – ermordet: Verfolgte im Nationalsozialismus“ sowie im Obergeschoss die Wanderausstellung „Täter und Profiteure: NS-Akteure in Schaumburg“ gezeigt. Außerdem finden ab 10:00 Uhr alle zwei Stunden bzw. bei Bedarf Führungen zum Gebäude durch Mitglieder des Fördervereins statt.
