„Tansania Park“ & Lettow-Vorbeck-Kaserne
Über dieses Denkmal
Denkmalgeschützt und abgeschlossen hinter einem Zaun stehen in Hamburg-Jenfeld das „Deutsch-Ostafrika-Kriegerdenkmal“ (fälschlicherweise „Askari-Reliefs“ genannt) und das „Schutztruppen-Ehrenmal“, in direkter Nähe zum Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne mit sieben kolonialen Porträtreliefs an den Gebäudefassaden. Die beiden in der NS-Zeit errichteten Reliefs, die einst den Kaserneneingang flankierten, würdigen Deutschlands koloniale Vergangenheit. Eng damit verbunden ist der Mythos um den General Paul von Lettow-Vorbeck, der hier zum unbesiegten kolonialen Kriegshelden verklärt wird. Das Denkmalensemble wurde 2003 ohne Genehmigung auseinandergerissen und im neu geschaffenen „Tansania Park“ aufgestellt. Nach zwei Jahrzehnten einer anhaltenden Debatte über Hamburgs Umgang mit seiner kolonialen Vergangenheit und trotz massiver Kritik stehen sie weiterhin, in ihrer problematischen Bildsprache ungebrochen, nahe ihrem ursprünglichen Ort.
Programm
Listening Session mit John Kite (ENG)
Beginn
Live listening session with John Kitime (ENG): Tanzanian musician John Kitime opens his private musical archive and takes us on a special sonic journey. Since 1968, he has been collecting music from the period before, during and after Tanzanian independence. Using records, cassettes and personal insights, he takes us on a musical journey through the history of Tanzanian independence.
Koloniale und NS Verflechtungen und Kontinuitäten
Beginn
Wir begehen das Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne. Dort begegnen uns Askari aus Terrakotta, gemalte Friedenstauben und Bundeswehrsoldaten. Fassadenmedaillons von Kolonialmilitärs “schmücken” Kasernengebäude.Wie gehen wir heute mit den mächtigen Spuren um, welche Forderungen gibt es von Netzwerken etwa der Verbände der OvaHerero und Nama und dekolonialen Initiativen und Aktivist*innen? Wir beleuchten auch die Verflechtungen und Kontinuitäten von Kolonialismus und Nationalsozialismus.
Selbstzeugnisse: Schwarze Menschen im NS
Beginn
Die Lettow-Vorbeck Kaserne wurde 1934 für die Wehrmacht angelegt. Das nationalsozialistische Regime versuchte hier die Gewaltgeschichte der Deutsche Kolonialzeit zu verharmlosen, während ehemalige Kolonialbürger*innen zu Dekoration degradiert wurden. Im Sinne einer Gegengeschichte, nutzt der Rundgang das Gelände der Kaserne als Kulisse, um die Perspektive zu verschieben. Was erlebten ehemalige Kolonialbürger*innen und anderer Schwarzer Menschen in Deutschland ab 1933?
Hinweise
Treffpunkt: Hermine Albers Straße Ecke WilsonstraßeHinweise für den Rundgang (können gerne bei der Anmeldung mit kommuniziert werden):
– Inhaltlich geht es u.a. Auch im emotional belastende Themen wie Konzentrationslagerhaft, Gefängnishaft, Ermordung, körperlicher und psychischer Gewalt. Ein Ausstieg aus dem Rundgang ist jederzeit unkommentiert möglich.
– Die Reproduktion rassistischer Sprache wird im Sinne eines respektvollen Miteinanders nicht erwünscht.
– Barrierefreiheit: Sitzmöglichkeiten und Rückzugmöglichkeiten sind auf dem Rundgang nur limitiert gegeben. Das Gelände ist uneben. Der Rundgang ist grundsätzlich auch für
Seheingeschränkte möglich. Die Hörsituation ist bis auf eine Straßenkreuzung nicht herausfordernd.


