Wohnbau & Siedlungen
Denkmalkategorie

Hephatah-Haus Herrnhut

Über dieses Denkmal

Das Hephatah-Haus, August-Bebel-Str. 7, wurde 1764 als Bürgerhaus im barocken Stadtkern von Herrnhut errichtet – als Teil der von Graf Zinzendorf gegründeten Brüdergemeinsiedlung, die seit Juli 2024 zum UNESCO-Welterbe zählt. Über Jahrzehnte stand das Haus weitgehend leer, ehe Familie Hoffrichter es 2020 anvertraut bekam und gemeinsam mit Architekt David Haupt von 2021 bis 2025 kernsanierte. Heute leben hier zehn Menschen in fünf Wohnungen, davon zwei barrierereduziert. Historische Türen, Beschläge, Dielen und Fenster wurden bewahrt, das Dach mit regionalem Holz ertüchtigt. Drei Erdwärmebohrungen zu je 140 Metern, eine Photovoltaikanlage auf dem Hinterhaus von 1916, Solarthermie und eine quelloffene Steuerung versorgen das Haus zu rund 35 % autark mit Energie aus Sonne und Erde. Hephatah bedeutet „Öffne dich“ – ein Programm: Das Haus ist ein Ort der Begegnung.

Programm

Führungen zu Historie, Sanierung und Energiekonzept (stündlich zur vollen Stunde, späteste Startzeit: 16:00 Uhr); Kaffee- und Kuchenbuffet im Hof

Hinweise


WC vorhanden.

Führung

Führung: Hephatah-Haus – Tradition & Innovation

Zeiten

Samstag, 12.09.2026 10:00 Uhr | Dauer: 60 Minuten
Samstag, 12.09.2026 11:00 Uhr | Dauer: 60 Minuten
Samstag, 12.09.2026 12:00 Uhr | Dauer: 60 Minuten
Samstag, 12.09.2026 13:00 Uhr | Dauer: 60 Minuten
Samstag, 12.09.2026 14:00 Uhr | Dauer: 60 Minuten
Samstag, 12.09.2026 15:00 Uhr | Dauer: 60 Minuten
Samstag, 12.09.2026 16:00 Uhr | Dauer: 60 Minuten

Wir führen Sie durch ein Stadthaus von 1764 im UNESCO-Welterbe – zwischen erhaltenen Dielen, originalen Fenstern und einer neuen Energieinfrastruktur. Drei Erdwärmebohrungen, Photovoltaik und eine quelloffene Steuerung versorgen das Hephatah-Haus zu rund 35 Prozent autark. Zehn Menschen leben heute in fünf Wohnungen unter einem Dach. Wir zeigen, was wir bewahrt, was wir neu gebaut haben – und wie Denkmal und Klimaschutz zusammenpassen.

Hinweise


1. Historisches Netzwerk: Vom Knotenpunkt der Brüdergemeine zum UNESCO-WelterbeDas Hephatah-Haus von 1764 steht im barocken Stadtkern von Herrnhut – einem Ort, der seit 1722 Ausgangspunkt eines weltweiten Netzwerks war. Von hier zogen Menschen nach Christiansfeld in Dänemark, nach Bethlehem in Pennsylvania, nach Gracehill in Nordirland. Heute sind diese Siedlungen gemeinsam als transnationale UNESCO-Welterbestätte "Siedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine" anerkannt (eingetragen Juli 2024). Das Haus war Teil dieser Frühphase, in der ein religiöses, soziales und ökonomisches Netz Kontinente verband. Bei den Führungen erzählen wir, wie dieses Beziehungsgeflecht das Haus bis heute prägt – und wie Herrnhut weiterhin Knotenpunkt im Welterbe-Verbund ist.

2. Räumliches und soziales Netzwerk: Begegnungsort zwischen Kirchengemeinden und GenerationenDas Hephatah-Haus liegt fußläufig zu Hausarzt, Lebensmittelladen, Bank, Bäcker und Café – Wohnen auf dem Land mit der Infrastruktur einer Stadt. Innerhalb weniger hundert Meter erreicht man die Brüdergemeine, das Jesus-Haus und mehrere andere Kirchengemeinden. Das Haus liegt damit zwischen geistlichen Heimaten und ist Treffpunkt für Menschen aus verschiedenen Traditionen. Nach Jahrzehnten Leerstand haben Familie Hoffrichter und Architekt David Haupt das Haus von 2021 bis 2025 kernsaniert. Heute leben hier zehn Menschen unterschiedlicher Generationen in fünf Wohnungen, zwei davon barrierereduziert. Mehrgenerationenwohnen ist hier nicht Konzept, sondern Alltag – mit gemeinsamen Mahlzeiten im Garten und einem Gästezimmer für Besucher. Der Name Hephatah bedeutet "Öffne dich". Genau das tun wir am Tag des offenen Denkmals: Hof und Garten stehen offen, wir kommen ins Gespräch.

3. Energetisches Netzwerk: Lokale Erzeugung trifft öffentliches NetzDrei Erdwärmebohrungen zu je 140 Metern, eine Photovoltaikanlage auf dem Hinterhaus von 1916, Solarthermie und eine quelloffene Steuerung versorgen das Haus zu rund 35 Prozent autark. Die übrige Energie kommt aus dem öffentlichen Stromnetz – und genau diese Verbindung von lokaler Erzeugung und überregionaler Versorgung macht das energetische Konzept zum Beispiel für die Idee von "Netzwerken und Infrastruktur". Der Gasanschluss wird beim Glasfaserausbau in den nächsten Monaten zurückgebaut. Bei der Führung zeigen wir das Energiekonzept anschaulich: Wo verlaufen die Bohrungen, wo sitzt die Solaranlage (vom Straßenraum unsichtbar, denkmalgerecht integriert), wie funktioniert die Open-Source-Steuerung, die wir selbst entwickelt haben? Wer Fragen zur Technik mitbringt, ist eingeladen – wir reden gerne darüber.

Mit diesen drei Ebenen – historisch, sozial und energetisch – greift unsere Veranstaltung das Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" sichtbar und erlebbar auf.

Kontakt

Arno Hoffrichter
01779606678